Solidaritätserklärung mit der Besetzung im Hörndlwald

die „evolutionäre Randgruppe“ hat vor 2 Tagen Häuser in der seit ein paar Jahren leerstehenden Franziska-Fast-Wohnanlage im Hörndlwald besetzt.

hier die Schriftliche Erklärung der Besetzer_innen: http://cba.fro.at/wp-content/uploads/nachrichtenauforange940/schriftlicheerklaerungderbesetzerinnen.pdf

SoliLa! solidarisiert sich mit der Haus- und Landbesetzung im Hörndlwald!
In einer immer stärker von finanziellem Verwertungsdruck strukturierten Stadt bleibt immer weniger Raum der nutzbar ist, ohne dafür bezahlen zu müssen, oder der nicht in anderer Form Verwertungsinteressen unterworfen ist. Auch die Naturräume und landwirtschaftlich genutzte Areale werden entweder zubetoniert, oder  müssen als „Schmuckkästchen“ dazu dienen, der Stadt im internationalen Standortwettbewerb zu guten Rankings zu verhelfen – die sich letzten Endes wieder in gesteigerten Immobilienpreisen und damit Profitmargen für Anleger_innen widerspiegeln. In diesem Umfeld mit wenig Einkommen oder Vermögen zu leben, wird immer schwieriger. Und selbst diejenigen, die sich dank ihrer Flexibilität und Dynamik erfolgreich selbst managen, schaffen es nicht immer, den gesellschaftlichen Anforderungen zu entsprechen. Dafür gibt es dann in der postmodernen Stadt auch eine Scheinlösung, die die Arbeitskräfte möglichst schnell wieder zum Funktionieren bringen soll: eine Burnout-Klinik!

Neben den unzähligen unnötigen persönlichen Katastrophen, die durch den Irrsinn unserer kapitalistischen Gesellschaft verursacht werden, wird auch die natürliche Grundlage für ein angenehmes Leben auf diesem Planeten nachhaltig zerstört. Ein gravierendes Problem stellt dabei Bodenversiegelung dar: Jeden Tag gehen allein in Österreich 22 ha an Boden durch Verbauung verloren. Das beeinflusst unser Ernährungssystem und damit die Arbeits- und Lebensbedingungen global, aber auch z.B. den Klimawandel durch den Verlust von Boden als CO2 Speicher. Und diese Verbauung findet statt, während gleichzeitig allein in Wien über 40.000 Wohnungen leer stehen.

Es braucht also dringend eine Veränderung unserer Gesellschaft. Weg von einer Entwicklung die von Kapitalinteressen getrieben ist, und ohne Rücksicht auf menschliche Bedürfnisse bloß aus Geld mehr Geld machen will. Hin zu einem solidarischen Miteinander, das ein gutes Leben für alle als oberstes Ziel verfolgt. Solche Transformationsprozesse müssen mit praktischen Beispielen vorangetrieben werden. Es braucht nicht-kommerzielle, selbstverwaltete Räume; soziale Zentren, und diverse Projekte alternativen Lebens und (Re-)Produzierens. Um das zu ermöglichen, ist es notwendig sich die dafür nutzbaren Räume kollektiv (wieder)anzueignen.

Wir freuen uns, dass nun auch im Hörndlwald solch ein Experimentierfeld entstanden ist. Die „evolutionäre Randbewegung“ hat unsere Solidarität in ihrem Versuch der Stadtgestaltung von unten. Wir wünschen uns, gemeinsam einen gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben, der letztendlich auch dazu beiträgt, dass so etwas wie Burnout-Kliniken gar nicht mehr notwendig sind.

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Solidaritätserklärung mit der Besetzung im Hörndlwald

  1. Schlager sagt:

    Wenn ihr dort eine Weile wohnen wollt Ich habe damit KEIN Problem damit. Wenn ihr Hilfe braucht dann sagt es mir. Ich versuche zu Helfen. L.G. Schlager

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.